Die Kunst der Pause

Ein wenig geht mir die Puste aus. Nach dem Abenteuer in der DR Kongo, kommt mir Addis Abeba wie ein Schlaraffenland vor. Ordnung, Nahrungsmittel im Überfluss und alles traumhaft günstig.
Es ist auch Monatsanfang; Zeit für eine Pause.

Zeit zum Parken und Ausruhen

Zeit zum Parken und Ausruhen

Durchstarten bitte!

Ich hatte mir ursprünglich vorgenommen nicht lange in Addis Abeba zu bleiben und mich gleich ins Getümmel des Landes zu stürzen. Meine monatliche teure Wohlfühlunterkunft hatte ich eigentlich schon in Kinshasa und meine Klamotten waren auch noch frisch gewaschen. Kein Grund für mich, lange in einer Großstadt zu verweilen.
Einen Tag sortieren, sich an die Währung gewöhnen, Geld abheben, SIM-Karte kaufen und Busstation zum Flüchten suchen. Zwei Nächte sollten genügen.

Warmduscher-Pause

Und plötzlich stand ich unter einer warmen Dusche, saß mit coolen Leuten auf einer bequemen Couch und das Schlaraffenland der Infrastruktur stand vor mir. Vollbremsung! Wie als wäre ich in eine Sandbank gefahren und stecken geblieben.
Hier muss ich bleiben! Ich verlängere meinen Aufenthalt um einige Tage mit Option auf mehr und entscheide, nichts zu entscheiden. Kopf aus, Beine hoch!

Genuß-Pause

Die Unterkunft macht ihrem Namen alle Ehre und ist verdammt gemütlich. Leider würde ich bei vollkommener Inaktivität verhungern. Also beschließe ich, 50 Meter zu laufen und den Geldautomaten zu besuchen. Einmal mit Geld ausgestattet, laufe ich um den Block und finde auch tatsächlich was zu Essen. Ich bestelle Injera. Mein Versuch, es zu essen endet mit einem beherzten Eingriff des Kellners, der meine Tollpatschigkeit nur kurz mit ansehen kann und sein Nationalgericht beschützen möchte. Ab jetzt kann nichts mehr schiefgehen und die Genuß-Pause kann beginnen; jetzt wird geschlemmt!

Schlemmen

Schlemmen

Kommunikations-Pause

Endlich mal eine Pause mit guter Internetverbindung. Der Blog wartet schon seit Wochen auf etwas Wartung und einige Artikel wollen auch noch aufgehübscht werden. Aber nicht nur das. Ich kann endlich mal in Ruhe telefonieren und E-Mails beantworten. Erfolgreich kommuniziert, kann ich die Pause doppelt so gut genießen.

Reflektions-Pause

Tausende Eindrücke prasseln auf einen Reisenden herab: Kulturen, Menschen, Sitten, Verkehr, Elend, Landschaften, fremde Tiere, Klima, Luxus, einfach alles, was einen 24-Stunden,  7 Tage die Woche begleitet, passiert und manchmal überwältigt. Man sieht plötzlich nur noch den nächsten Tag und man lebt und reist vor sich hin. Aber was waren die eigentlichen Ziele und sehenswerten Orte auf der Reise, was ist letzte Woche eigentlich alles so passiert und was will ich eigentlich? Jetzt ist definitiv eine Reflektionspause fällig!

Schatten haben nie Pause

Schatten haben nie Pause

Planungs-Pause

Äthiopien stand zwar schon lange auf meiner Wunschliste, aber die für den Kongo notwendigen Überlebenskünste und mein Fallschirmsprung genau in die Mitte des Landes haben mich kalt erwischt. Ich bin planlos! Was soll ich, wie und wann machen? Egal! Es ist Pause! Also, alles einfach auf mich zukommen lassen. Dank sehr kommunikationsfreudiger Reisender füllt sich meine To-Visit-Liste schnell von alleine und als ich dann auch noch bei einem kleinen Ausflug ins Ethiopian-Airlines-Büro günstige Flüge bekomme, steht die Abflugrichtung fest. Der Wind weht nach Norden!

Pause –  Start zum Weiterreisen drücken

Einmal alles auf Start, die Genuß-Knospen befriedigt, den Magen gefüllt, die warme Dusche genossen, die letzten Eindrücke verarbeitet und ein wenig geplant. Eine erfolgreiche Pause und der letzte Abschnitt kann beginnen!

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