Ein Fluss, ein Tsingy und eine Allée

Im Hostel in Tana taten sich am letzten Abend unendlich Möglichkeiten auf. Marco hatte mich schon auf der Tana-Tour begleitet und als wir zurück ins Hotel kamen trafen wir auf Mitch und Ben. Gerade in Tana angekommen hatten sie noch keine Pläne und wir konnten sie schnell von unseren Ideen, Richtung Süden zu ziehen, überzeugen.

Taxis: Klein, Gross, zu Fahrrad oder zu Fuss

Kleines Taxi für 4 Personen

Kleines Taxi für 4 Personen

Wir zogen also am nächsten Morgen los und suchten  im Süden von Tana ein Taxi-Bus nach Antsirabe. Nach knapp drei Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel des Tages. Überwältigt von Fahrradtaxifahrern, entschieden wir uns erstmal in die Innenstadt zu fahren. Von dort aus organisierten wir unsere Tour. Weiterhin belagert von Rikschas machten wir unsere Einkäufe für die bevorstehende Tour.

Der Fluss: Sonnig bis Gewittrig

Nach mehreren Stunden Fahrt in einem Sprinter kamen wir an unserer ersten Station an: Miandrivazo. Von dort nochmal eineinhalb Stunden weiter luden wir dann unsere Rucksäcke, Proviant und Ausrüstung ins Boot. Mit an Bord z.B. 20kg Reis. Wir selbst haben davon gerade mal 2kg in zwei Tagen gegessen. Den Rest haben unsere Bootsmänner verdrückt.

Beladen der Piroggen

Beladen der Piroggen

Ab nun hieß es Sitzfleisch beweisen, Sonnencreme regelmäßig auftragen, den Sonnenschirm bedienen und die Landschaft anschauen. Der Tsiribihina Fluss durchquert eine Region ohne viele Strassen und wird nur von dem Fluss dominiert. Das Leben richtet sich voll und ganz nach ihm. Er strahlt Ruhe aus und ist wirklich eine schöne Abwechslung zu einem stressigen Leben woanders.

Die Sonne brennt auf dem Tsiribihina Fluss

Die Sonne brennt auf dem Tsiribihina Fluss

Ein wenig Rudern ist eine schöne Abwechslung

Ein wenig Rudern ist eine schöne Abwechslung

Gleich am Ende des ersten Tages wurden wir von einem heftigen Gewitter auf dem Wasser überrascht. Marco meinte nur kurz: Schau mal da vorne. Es wird gleich regnen. Mitch drehte sich nur um und zeigte etwas entsetzt hinter uns. Dort war der Regen und man konnte ihn kommen sehen und spüren. Innerhalb von einer Minute waren wir nass und die Sonnenschirme = Regenschirme ohne Wirkung. Während die einen paddelten, schöpften die anderen Wasser aus dem Boot oder schützten die Ausrüstung vor Regen. Ohne großen Erfolg.

Heftiges Gewitter auf dem Wasser

Heftiges Gewitter auf dem Wasser

Gut,  dass bei der Hitze alles schnell trocknete und wir zum Abend an einem Wasserfall campten. Nicht nur, dass wir uns duschen konnten, sondern auch eine Erfrischung erleben konnten, die wir dringend nötig hatten.

Die Dusche: Wasserfall am Campingplatz

Die Dusche: Wasserfall am Campingplatz

Der nächste Tag auf dem Fluss endete in einem kleinen lokalen Dorf am Tsiribihina Fluss. Wir wurden herzlich von der Dorfgemeinde empfangen und haben, wie jeden Abend, die Biervorräte geplündert.
Begleitet von einem Gewitter genossen wir das Essen und den Sonnenuntergang.

Camping in einem lokalen Dorf am Fluss

Camping in einem lokalen Dorf am Fluss

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Fähren, Hotels und ein schlechtes Essen zu viel

Nach zwei Tagen auf dem Fluss ging es zu erst mit dem Zebu-Karren weiter, bevor wir in den 4×4 umstiegen. Zwei Fährfahrten und eine Hotelübernachtung später kamen wir lebend am Ausgangspunkt zum Tsingy Nationalpark an. Lebend, aber fast alle etwas krank. Uns hat es alle im gleichen Restaurant erwischt. Selbst unser Guide hatte auf der Rückfahrt dann zu kämpfen. Aber viel Zeit und Reismahlzeiten später ging es uns allen wieder ausreichend gut, um am nächsten Tag den großen und kleinen Tsingy Nationalpark anzuschauen.

Tsingy de Bemaraha

Tsingy bedeutet soviel wie „auf den Zehen laufend“. Das hat auch seinen Grund. Die Kalksteinformationen haben über Millionen Jahre scharfe Kurven angenommen. Unser Guide Laurent führte uns vier Stunden über die Felsen, durch Grotten und zeigte uns die einzigartige Tierwelt, die sich um den Nationalpark tummelt. Für mich das absolute Highlight der sieben Tagen und die langen Tage der Anreise wert.
Kriechend und mit einigen Schwierigkeiten –  durch meine Größe bedingt –  erreichte ich auch wieder den Ausgang aus dem Labyrinth.

Klettersteig im

Tsingy Nationalpark

Tsingy Nationalpark

Tsingy Nationalpark

Tsingy Nationalpark

Tsingy Nationalpark

Tsingy Nationalpark

Übersetzten mit der Fähre

Übersetzten mit der Fähre

Stundenlanges Fahren im 4x4

Stundenlanges Fahren im 4×4

Chamäleon auf einem Mangobaum

Chamäleon auf einem Mangobaum

Allée des Baobabs

Auf unserem Rückweg nach Antsirabe über Mondorava kamen wir an den großartigen Baobabs vorbei. Der heilige Baum ist 1500 Jahre alt. Zum Sonnenuntergang fanden wir uns in der Allée des Baobabs ein. Hier durchschneidet die RN 8 auf 500m mehrere Babobas. Mit dem Farbenwechsel des Sonnenuntergangs ändert sich auch die Farbe der Bäume. Ein einzigartiges Schauspiel.

Sonnenuntergang auf der Allée des Babobas

Sonnenuntergang auf der Allée des Babobas

3 Antworten zu “Ein Fluss, ein Tsingy und eine Allée

  1. Eine beneidenswert schöne Reise 😉 Das Gewitter hätte mir Angst und Bange gemacht, aber es hört sich im Artikel so an, dass sich der Stress eindeutig lohnt.
    Die Bilder sind übrigens toll!
    Viele Grüße
    Maria

  2. Die Anreise über den Fluss lohnt sich zeitlich nicht wirklich. Wenn man via Morondave mit einem gemieteten Taxi und dann mit einem 4×4 anreist braucht man ab Antsirabe 2 Tage. Über den Fluss 5 Tage, davon 2-3 auf dem Fluss selbst. Landschaftlich ist es nicht aufregend, aber die Atmosphäre ist definitiv die Bootsfahrt wert.

  3. Tolle Reise. Zu den Tsingys will ich schon lange einmal. Lohnt sich die Anreise über den Fluss? Es ist ja einiges kürzer, habe ich gesehen.

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